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Ausflug und kultureller Erfahrungsaustausch der Kinderkrebshilfe BGL + TS mit der Kinderkrebshilfe Südtirol

25. – 28. Mai 2012

Zwischen alpenländischem Charme und italienischem Flair verbrachten betroffene Familien der Kinderkrebshilfe BGL + TS ein erlebnisreiches und unbeschwertes Pfingstwochenende im interkulturellen Austausch mit der Kinderkrebshilfe Südtirol. Ein Erlebnisbericht:

Alljährlich lädt die Kinderkrebshilfe BGL + TS uns, die betroffenen Familien aus der Region, zu  einem Ausflug ein, der allen Beteiligten  eine kleine Auszeit aus dem Leben mit der schweren Erkrankung, bzw. den sich daraus ergebenden Folgeschäden bieten soll. In den letzten Jahren wurden Tagesausflüge angeboten. Anders jedoch in diesem Jahr: Das ganze verlängerte Pfingstwochenende wurde für den Ausflug nach Südtirol eingeplant. 
Wir, d. h. die betroffenen Familien, die Vorstandschaft des Vereins und die Sozialpädagogin, Frau Hofherr-Werner,  trafen uns am Freitag, dem 25. Mai in Oberteisendorf bei Rosmarie Baumgartner, der Vereinsvorsitzenden.  Von hier aus wurden wir mit einem komfortablen Reisebus, den uns der Aufhamer Busunternehmer Simon Kirchner kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte, von Busfahrer Hermann Maier, ebenfalls unentgeltlich, gen Süden chauffiert. Am Abend erreichten wir unser Quartier in Raas, in der Nähe von Brixen. 

Am Samstag war Wandern angesagt.  Zusammen mit einigen Teilnehmern der Kinderkrebshilfe Südtirol, und deren Vereinsvorsitzenden Pepi Larcher, wurde die Rossalm im Wandergebiet der Plose angestrebt. Schon die Busfahrt dorthin, über schmale Gebirgsstraßen und durch Baustellen oder andere Reisebusse zusätzlich verengte Bereiche war spannend! Doch unser Fahrer meisterte jede Situation mit Bravour. Das Kreuztal auf 2.050 m über NN war der Ausgangspunkt unseres Wandergebietes. Von hier konnte man, je nach persönlicher, körperlicher Konstitution,  laufen, oder auch dorthin gefahren werden – manche waren schneller, andere etwas langsamer unterwegs. Angekommen sind wir letztendlich alle. Belohnt wurde die körperliche (und während der Busfahrt psychische) Ertüchtigung mit atemberaubenden Blicken auf die Dolomiten, einem deftigem Mittagessen und Applaus für den jüngsten Teilnehmer, der zu Fuß das Ziel erreichte. Am Nachmittag durften wir noch das schöne Städtchen Brixen kennenlernen. 

Der Pfingstsonntag war für einen Ausflug nach Sirmione am Gardasee bestimmt, wieder zusammen mit der Kinderkrebshilfe Südtirol. Bevor wir die Halbinsel erreichten, kehrten wir, wie wir dachten, noch mal kurz in Peschiera zum Mittagessen ein. Auf der Karte stand jedoch ein 7-Gänge-Menü, und das gesamte Mahl vollzog sich über insgesamt 3 Stunden. Dies war eine lehrreiche und wahrlich gehaltvolle Lektion in Sachen italienischer Esskultur: Hier geht man nicht mal eben „schnell“, oder nur „kurz“ zum Essen. Wenn der Italiener zum Essen geht, dann geht er richtig essen. Es war sehr interessant und vergnüglich zu erleben, dass man selbst so viel auf einmal zu sich nehmen kann, wenn man will. Manchmal halfen auch die Tischnachbarn aus, oder man verzog sich in den Garten, um ein Menü zu umgehen. Geschmeckt hat es allerdings vorzüglich!
Satt, zufrieden, doch mit weniger Zeit als geplant, wurde Sirmione auf der Halbinsel am südlichen Gardasee besichtigt. Jedermann bzw. jede Frau und jedes Kind konnte diesen Besuch nach eigenem Gusto gestalten, um den Flair des Städtchens auf sich wirken zu lassen. Manche kletterten auf die Türme der Festungsburg Rocca Scaligera, andere warfen sich in die Fluten des Sees. Wieder andere bummelten durch die Stadt, überquerten die Insel zu Fuß, oder umrundeten dieselbe mit einem Boot. Die Bootstour, die so beschaulich begann, endete mit einer Demonstration des spritzigen, italienischen Temperamentes in rasanter Fahrt – zur Freude der mitfahrenden Kinder. Unserer Vereinsvorsitzenden jedoch war es etwas mulmig zumute geworden und sie freute sich über den wiedergewonnenen festen Boden unter ihren Füßen.

Zurück im Hotel, wurde der letzte gemeinsame Abend von den beiden Söhnen einer betroffenen Südtiroler Familie spontan mit alpenländischer Livemusik umrahmt. Einige unserer Teilnehmer revanchierten sich mit improvisiertem Plattln, Dirndldrahn und Gitarrenspiel. Und so trugen auch diese Stunden zum kulturellen Austausch und dem Austausch von persönlichen Erfahrungen bei. Obwohl man noch mittags dachte, man könne nie wieder etwas essen, hatte man doch wieder Appetit entwickelt und man speiste erneut vorzüglich. 
Auch ein langes, ereignisreiches Wochenende neigt sich einmal seinem Ende entgegen,  und so mussten wir am Montag die Heimreise antreten. Auf dem Rückweg besichtigten bzw. umrundeten wir noch den Pragser Wildsee und nahmen ein letztes gemeinsames Mittagsmahl zu uns. Über den Felbertauerntunnel ging es zurück ins Berchtesgadener bzw. Traunsteiner Land. Da wir uns alle untereinander prächtig verstanden und so einige Freundschaften geschlossen wurden, fiel der Abschied nicht ganz leicht. Es war rührend mitanzusehen, wie schön die Kinder miteinander spielten, bzw. sich die älteren um die jüngeren kümmerten und mit einbezogen. Fazit: Stimmung super, Wetter herrlich, Essen lecker und viel – eine absolut gelungene Unternehmung! 
Pepi Larcher und der Kinderkrebshilfe Südtirol sei Dank und ein großes Lob für die Mithilfe bei der Reiseorganisation ausgesprochen. Wir hoffen, die Südtiroler bald bei uns willkommen zu heißen, und ihnen eine erlebnisreiche Reise durch die hiesige Bergwelt zu bieten. Ein herzliches „Vergelt`s Gott“ allen Spendern und Sponsoren, die diese wundervolle Reise ermöglichten.  Man kann mit Worten nur schwer erklären, wie erholsam, wichtig und gut diese Auszeit für uns alle war!