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Ein Zuhause für die Kinderkrebshilfe

Seitdem Rosmarie Baumgartner im Jahr 2007 den Vorstand der Kinderkrebshilfe übernommen hatte, befand sich das Büro, und somit die Hauptanlaufstelle des Vereins, in den Privaträumen der Vorsitzenden in Oberteisendorf. Dies konnte kein Dauerzustand sein, da die Räumlichkeiten für den beständig wachsenden Verein zu klein wurden. Allerdings sollte es sechs Jahre dauern, bis sich die Gelegenheit ergab, der Kinderkrebshilfe dauerhaft ein neues Zuhause zu geben. Der leer stehende Gleiwirt, der dem Verein schon seit einiger Zeit als Flohmarktgebäude gedient hatte, stand zum Verkauf.

Nach reichlicher Überlegung der gesamten Vorstandschaft, inklusive Anwalt und Vorstellung des Projektes mit Abstimmung der Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung im April 2013, wurde die Entscheidung getroffen, das Objekt Gleiwirt für die Kinderkrebshilfe zu erwerben. Als großer Pluspunkt erwies sich hierbei v. a. die zentrale Lage in Oberteisendorf, im Mittelpunkt der beiden Landkreise als Einzugsgebiet des Vereins. Dass die Örtlichkeit durch den beliebten Flohmarkt schon weithin bekannt war, und dass dieser durch den Erwerb des Gleiwirtes auch weiterhin stattfinden konnte, trug zudem positiv zur Entscheidungsfindung bei. Weitere wichtige Vorteile waren die Nutzung des Objektes als Anlaufstelle für betroffene Familien in der Region, als Vereinsheim mit Gruppenraum für Öffentlichkeitsarbeit, Angeboten für Betroffene sowie der ausreichende Platz für Büro und Verwaltung.

Der Kaufvertrag wurde am 15. Juli 2013 unterschrieben und ein Bauausschuss gegründet, der sich aus Mitgliedern verschiedener Berufssparten zusammensetzte: Rechtsanwalt Franz Tradler, Installateur Paul Koch, Bauingenieur Reinhard Haider, Maurer Bernhard Waldherr und Bauträger Hans Huber. Bereits Ende Juli 2013 konnten die Umbaumaßnahmen aufgenommen werden. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer, einen Großteil bildeten die Mitglieder der Gleiwei Hüttn, sorgten für ein zügiges Fortschreiten des Bauprojektes. Von Ende Juli bis Ende Dez. 2013 wurden unter der großartigen Leitung und Planung von Architekt Markus Fritsche 500 ehrenamtliche Stunden allein für das Vereinsheim geleistet. Vielfältige Materialspenden, wie Dämmmaterial und Lampen aus der alten Oberteisendorfer Grundschule oder Öfen und Einrichtungsgegenstände, konnten sinnvoll für das neu entstehende Zentrum der Kinderkrebshilfe genutzt werden. Zugunsten des Umbaus erhielt der Verein auch einige zweckgebundene Spenden, die die Zustimmung der Bevölkerung ob des Bauvorganges bestätigten.

Damit aus dem alten Gleiwirt das neue Vereinsheim entstehen kann, wurden Entrümpelungsaktionen durchgeführt, diverse Materialien abgebaut, entfernt, transportiert, entsorgt und eingebaut sowie massenweise Container gefüllt und entsorgt. Aushübe wurden vorgenommen, die alten Böden ausgerissen und neue eingesetzt, der Estrich und Bodenplatten wurden verlegt. Beton wurde in Schubkarren um die Wette geschaufelt, im Dauerlauf in das Gebäude gekarrt und dort verteilt, teilweise bei Außentemperaturen von 30° C. Rohre wurden verlegt, eingekiest und wieder betoniert.

Ein Baugerüst wurde aufgestellt, die defekte Vordachschalung entfernt und erneuert, Dachpappe verlegt, Dachziegel mit dem Kran auf das Dach gebracht und das Dach von Hand gedeckt, die Kamine saniert und eingeblecht. Es wurden Wände und Decken durch- und abgebrochen, neu aufgebaut, isoliert, verputzt, ausgefugt, geschalt, betoniert und gestrichen. Wasser- u. Dachrinnenanschluss sowie Leitungen für Strom und Heizkörper wurden verlegt. Die alten Fenster wurden entsorgt und durch neue ersetzt, verputzt und gestrichen. Altes Holz wurde teilweise zu Brennholz verarbeitet. Heizkörper, Wasserboiler und Spülbecken wurden montiert sowie der Heizungsraum angelegt, der Pellettank fertig gestellt und die Heizung in Betrieb genommen.

Großen Einsatz leisteten die Putztrupps, denn die Szenerie wurde von Staubwolken beherrscht, kein Raum blieb vom Dreck verschont. Oft genug bot sich ein deprimierendes Bild, denn wo sollte man mit dem Saubermachen beginnen? Es wurde gekehrt, gesaugt, gespritzt, gewischt und der Schmutz mit dem Hochdruckreiniger beseitigt.                       

Die Flohmarktdamen waren mit dem Räumen ihrer Ware von einem Raum in den nächsten gut beschäftigt. Trotz der Umbaumaßnahmen konnten zwischenzeitlich alle Flohmärkte stattfinden, sogar mit zwei zusätzlichen Terminen im Advent.

Ein herzliches Vergelt’s Gott allen freiwilligen Helfern, ohne die die Durchführung unseres „Projektes Gleiwirt“ niemals zustande gekommen wäre! Vielen Dank auch an alle Spender, die uns so großzügig finanziell und materiell unterstützt haben. Auch den Gebrüdern Zeiser sei an dieser Stelle ein großer Dank ausgesprochen – Euer großzügiges und vielseitiges Entgegenkommen hat uns vieles erleichtert.