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Kinderkrebshilfe BGL+TS

Rosmarie Baumgartner
(1. Vorsitzende)

Dorfstr. 21/2
D - 83317 Oberteisendorf

TEL. 0 86 66 / 98 95 74 0

FAX  0 86 66 / 98 95 74 2


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Yonatan

 

Mein Name ist Yonatan, ich erblickte im Februar 2007 das Licht der Welt. Im Februar 2009, kurz vor meinem 2. Geburtstag, war ich bei der U7. Der Kinderarzt hat einen „komischen Knoten“ in meinem Bauch entdeckt. Ich musste sofort nach Traunstein ins Krankenhaus. Dort teilte man meinen Eltern nach einigen Untersuchungen mit, dass ich einen bösartigen Tumor im Bauchraum hätte. Was Näheres konnte man uns dort jedoch noch nicht sagen und wir durften mit dem Krankenwagen nach Salzburg fahren (das war lustig!).

 

Im Landeskrankenhaus in Salzburg wurde ich in der Kinderonkologie untergebracht. Glücklicherweise durfte meine Mama die ganze Zeit bei mir bleiben und dort gab es auch viele tolle Spielsachen. Die Schwestern, Pfleger und Ärzte waren sehr, sehr nett. Der Papa, der Opa, die Oma und andere liebe Freunde kamen mich auch recht oft besuchen. Allerdings wurden dort auch weniger tolle Dinge mit  mir gemacht: Spritzen mochte ich gar nicht, Medikamente zu nehmen war doof. Ständig Blutdruck und Fieber messen und das Gewicht kontrollieren nervte sehr. Bei Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Computertomographie, Knochenmarksentnahme, Gewebebiopsie, und was weiß ich wie die ganzen Untersuchungen alle hießen, war ich aber sehr tapfer, sagen die Erwachsenen.

 

Irgendwann hatte man dann herausgefunden, dass mein Tumor „Neuroblastom“ hieß. In Deutschland erkranken jährlich ungefähr 160 Kinder an dieser Krebsart. Es ist ein Tumor, der hauptsächlich bei kleinen Kindern auftritt. Da die Krankheit anfänglich keinerlei Symptome zeigt, wird der Tumor oft erst sehr spät entdeckt, wenn er schon in viele Bereiche des Körpers gestreut hat. Ich hatte Glück, dass mein Kinderarzt, der „DocDoc“ Horn in Berchtesgaden, mich so gründlich untersucht und so den Knoten, der da nicht hingehörte, ertastet hatte. Der Tumor war zwar schon 8 cm groß, aber er hatte nur ganz wenige, kleine Metastasen gebildet.

 

Danach musste ich sehr viel Zeit im Krankenhaus verbringen, wurde mit Spritzen gepiekst, da weinte und schrie ich immer, aber es musste sein, damit meine Abwehrzellen erhalten blieben. In der Klinik bekam ich dann Chemotherapien, die mir durch einen Katheter, der dauerhaft in meiner Brust steckte, zugeführt wurden. Von dieser Behandlung wurde ich müde, mir wurde übel, und meine Mundschleimhaut war offen und tat weh. Auch die Haare sind mir ausgefallen, aber das war nicht so tragisch. Schlimmer war, dass ich während der Therapie im Zimmer, und oftmals auch im Bett bleiben musste. Ich freute mich jedes Mal wie verrückt, wenn ich dann endlich wieder nach Hause durfte. Mehrere Chemoblocks habe ich so erfolgreich gemeistert, ich wurde 2 x operiert, durfte ein paar Wochen in Wien verbringen und dort an einer sehr hoch dosierten Chemotherapie teilnehmen. Da wurde mein Knochenmark und somit meine Abwehrkräfte komplett zerstört, das sollte die Metastasen und den Resttumor abtöten.

Damit ich nicht ganz „unbewaffnet“ den Keimen, Bakterien und Viren entgegentreten musste, wurden mir meine körpereigenen Stammzellen nach der OP wieder zugeführt. Diese hatte man zuvor an mir „gezüchtet“ und sodann „geerntet“ – auch dafür benötigte ich die o. g. Pieksespritzen.

 

Nach der Therapie in Wien ging es in Salzburg weiter mit Bestrahlung und medikamentöser Behandlung. Teilweise bekam mir das gar nicht. Auch zog ich mir eine Sepsis zu und ich musste sogar einige Wochen auf der Intensivstation verbringen, wurde dort künstlich beatmet und konnte nach 3 Wochen Bettruhe nicht mehr laufen, die Muskeln hatten sich komplett abgebaut.

 

Zwar gibt es ein paar dauerhafte Nebenwirkungen die durch meine Behandlungen aufgetreten sind, wie ein leichter Hörschaden und angegriffene Zähne, doch all die Mühe war nicht umsonst. Ich wurde wieder gesund. Während der ganzen Zeit wurden meine Familie und ich von der Kinderkrebshilfe BGL+TS und Salzburg betreut. Wir sind unendlich dankbar für die vielfältige Art der Hilfeleistung – mit Euch war so vieles möglich!

 

Im September 2013 kam ich in die erste Klasse, ich bin jetzt ein ganz normales Schulkind. Meine schwere Erkrankung merkt man mir jetzt fast gar nicht mehr an. Einzig u. allein die Hörgeräte und die vielen Zahnarztbesuche nerven mich. Aber was soll’s – ich lebe!